{"id":373,"date":"2020-10-03T15:47:08","date_gmt":"2020-10-03T13:47:08","guid":{"rendered":"http:\/\/smartpix.eu\/mobil2\/?p=373"},"modified":"2020-10-04T10:31:17","modified_gmt":"2020-10-04T08:31:17","slug":"eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smartpix.eu\/mobil2\/eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t14\/","title":{"rendered":"Eine Reise mit dem Rucksack um die Welt T14"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Schon komisch, wie abh\u00e4ngig der Mensch von der Sonne ist. Bei mir scheint der Hunger nach Sonne und damit W\u00e4rme und Geborgenheit noch gr\u00f6\u00dfer zu sein als bei anderen. Die Sonne zeigte sich mir nur einmal kurz in Gent. Aber auch wegen der Sprache bin ich guten Mutes, da im Spanischen doch vieles vom Lateinischen abgeleitet werden kann und ich viel offener den Menschen begegnen kann als hier in Frankreich. Ich verspreche mir auch viel von dem Wettergef\u00e4lle zwischen Norden und S\u00fcden. Je mehr Sonne, desto freundlicher die Menschen, so meine Vermutung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Habe ich die Briefe an meine Eltern eingesteckt? Sie machen sich bestimmt schon Sorgen, obwohl ich erst vier Tage weg bin. Ich habe es mir zur Pflicht erkl\u00e4rt, in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von meinem jeweiligen Aufenthaltsort eine Karte zu schicken. Auf diese Weise sind sie beruhigt und wissen immer meinen letzten Aufenthaltsort (zum Suchen, falls ich mal verschwinden sollte).&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>So ganz nebenbei bekommt man auch eine stattliche Sammlung von Postkarten, die nach der Reise prima zusammen mit Fotos in ein Album geklebt werden k\u00f6nnen. Mein erstes Hotel war am Place Pigalle, der Reeperbahn von Paris. Sexkinos, Sexshops, Lifeshows und jede Menge von Prostituierten. Eine Bar neben der anderen, alle in rotes Licht getaucht mit halbnackten, \u00fcberschminkten Frauen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie legen die Beine \u00fcbereinander, rauchen Zigarette und warten auf Kundschaft. Hier kommen sie her die Klischees von den grellgeschminkten und Per\u00fccken beh\u00e4ngten Nutten mit ihren wei\u00dfen Pudeln an der Leine. Neugier treibt mich in einen Sexshop hinein. Die Bilder zum Teil ekelhaft, wie beim Metzger, rotes Fleisch in Ekstase. Blonde Haare, braune Haare und ohne Haare. Wie oft kann man den sexuellen Akt verschieden darstellen? Zwanzigmal, oder zweihundertmal? Ich wei\u00df es nicht und will es auch nicht wissen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Regen hat etwas nachgelassen, aber daf\u00fcr ist es windig geworden. Ich muss noch Seife kaufen, da ich meine Seife in der Jugendherberge von Br\u00fcgge gelassen hatte. Wieviel Schmutz dieser Welt k\u00f6nnte man mit einem St\u00fcck Seife s\u00e4ubern? Ja, es besch\u00e4ftigt mich, denn ich war immerhin nicht nur unangenehm ber\u00fchrt von dieser Atmosph\u00e4re des Lasters und der Begierde. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich habe reagiert wie ein Mann zu reagieren pflegt. Immer \u00f6fter siegt das Fleisch \u00fcber das Herz, obwohl das Gef\u00fchl doch um alles in der Welt mehr wert ist, als n\u00fcchterner kalter Sex. Es ist eine ganz andere Dimension, in der sich das Gef\u00fchl bewegt, irgendwie freier und nicht so festgelegt wie Sex. W\u00e4hrend Sex immer in einem bestimmten Rahmen verl\u00e4uft, aus dem er nicht heraus kann, kennt das Gef\u00fchl keine Grenzen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon komisch, wie abh\u00e4ngig der Mensch von der Sonne ist. Bei mir scheint der Hunger nach Sonne und damit W\u00e4rme und Geborgenheit noch gr\u00f6\u00dfer zu sein als bei anderen. Die Sonne zeigte sich mir nur einmal kurz in Gent. 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